Was ist Racial Profiling?

Als Racist* oder Racial Profiling wird eine Fahndungsmethode der Polizei bezeichnet, bei der Polizist*innen verdachtsunabhängige Kontrollen bei Personen durchführen, die gezielt nach ihrer Hautfarbe oder anderen äußerlichen Merkmalen ausgesucht werden. Vor allem die Bundespolizei wendet Racist Profiling an. Nach dem Bundesgesetz darf sie an Bahnhöfen, Flughäfen und in Zügen sowie in einem 30 Kilometer breiten Korridor an den deutschen Grenzen verdachtsunabhängige Kontrollen durchführen, die der Bekämpfung der „illegalen Einwanderung“ dienen sollen.

Als Kriterium für diese verdachtsunabhängigen Kontrollen gelten angeblich polizeiliche Erfahrungswerte. Dabei kontrolliert die Bundespolizei Menschen, die ihrer Meinung nach ein „ausländisches Aussehen“ haben. Im Jahr 2010 wurden 581.000 verdachtsunabhängige Kontrollen an Bahnöfen und Flughäfen durchgeführt, im Grenzkorridor waren es sogar 2,44 Millionen. Dies führt in der Praxis zu einer systematischen Diskriminierung. Durch diese Kontrollen wird zum Beispiel auch in Deutschland geborenen People of Color** immer wieder „illegale Einreise“ unterstellt.

(*) Der Begriff „Racial Profiling“ würde voraussetzen, dass es „Rassen“ gebe. Kontrollen aufgrund dieser Merkmale sehen wir deshalb als rassistische Zuschreibungen an, weshalb wir diese Kontrollen als „Racist Profiling“ bezeichnen.
(**) People of Color (kurz PoC): Sammelbegriff für Menschen, die aufgrund ihres Äußeren rassistischen Zuschreibungen der „weißen“ Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt sind.

Kampagne gegen Racial Profiling

In Kürze findet ihr hier Infos über die Kampagne „Im rassistischen Raster – Racial Profiling stoppen“ das Multikulturellen Zentrums Trier. Wer sich vorab über das Problem vorab informieren will kann das unter anderem auf der Seite der Initiative Grenzen-Los! machen. Wer bereits aktiv werden will, kann die Petition „Stoppt Racial Profiling!“ unterzeichnen: http://www.openpetition.de/petition/online/stoppt-racial-profiling




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